Abbau verhaltensinduzierter
Lebensmittelrisiken: Eine ökonomische und sozialwissenschaftliche Untersuchung
der Wertschöpfungskette „konventionelles Geflügel und Öko-Geflügel“
Projektbeschreibung des Forschungsauftrages 03HS045 der
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt besteht aus
zwei Teilen, die in enger Abstimmung von der Humboldt-Universität Berlin und
der Universität Hamburg bearbeitet werden. Ziel des Projekts ist die Verringerung
von Lebensmittelrisiken im Geflügel-Bereich durch die Identifikation und
Behebung von Schwachstellen in der Wertschöpfungskette. Insbesondere geht es
dabei um die Analyse von Situationen, in denen ökonomische Anreize zur
Nicht-Einhaltung bestehender Normen bestehen. Das Risiko, dass Akteure auf
verschiedenen Stufen der Nahrungsmittelproduktion zu ihrem eigenen Vorteil
gegen Vorschriften verstoßen, ist bekanntlich umso größer, je höher die zu
erwartenden Mehrerlöse sind und je geringer die Wahrscheinlichkeit ist, dass
das abweichende Verhalten aufgedeckt und sanktioniert wird. Allerdings spielen
auch soziale Einflussfaktoren eine Rolle und können z.B. in der Form sog.
„protektiver Faktoren“ eine gewisse Resistenz gegenüber ökonomischen
Verlockungen bewirken. In dem Projekt geht es deshalb auch um die Analyse
solcher „protektiver Faktoren“, die dazu führen können, dass manche Akteure
sich auch dann an Regeln halten, wenn ökonomische Anreize zu normwidrigem
Verhalten gegeben sind. Aufbauend auf der Identifikation solcher Schwachstellen
und protektiver Faktoren werden Vorschläge für Präventivmaßnahmen zur
Vermeidung möglicher zukünftiger Normbrüche entwickelt. So leistet das Projekt
einen Beitrag für den verbesserten Verbraucherschutz durch die Optimierung des
Einsatzes bestehender Kontrollinstrumente und durch die Stärkung protektiver
Faktoren.