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199 Philippinen (Mindanao)
Kriegsdauer: 1970 - dauert an Kriegstyp: B-2 Kriegsbeendigung durch: noch nicht
KRIEGFÜHRENDE
Angreifer (Seite A): Moro National Liberation Front (MNLF) bzw. deren militärische Organisation Bangsa Moro Army (BMA) (bis 2.9.1996) / Moro Islamic Liberation Front (MILF) (seit 1978) Angegriffener (Seite B): Philippinen
KONFLIKTGEGENSTAND UND -ZIELE
Die moslemische Bevölkerung Mindanaos und der Sulu-Inseln sah sich in den Jahren nach der Unabhängigkeit der Philippinen 1946 durch eine zunehmende Umsiedlung von christlichen Kleinbauern bedroht. Hinzu kamen die "Philippinisierung" der gesamten Administration und der Aufkauf weiter Landteile durch Angehörige der nordphilippinischen Elite. Die infrastrukturelle und wirtschaftliche Erschließung speziell Mindanaos ging in ihrer Wirkung weitgehend an den Muslimen vorbei, die eher zu Opfern der Modernisierung als zu deren Nutznießern wurden.
Innerhalb der muslimischen Bevölkerung formierte sich daraufhin 1969 die MNLF und deren militärischer Arm die BMA. Den bewaffneten Kampf gegen den Philippinischen Staat zur Erreichung ihrer Ziele nahmen sie im folgenden Jahr auf. Erklärtes Ziel der MNLF war und ist es, die Unabhängigkeit des traditionell muslimischen Siedlungsraums Mindanao und Sulu vom philippinischen Zentralstaat zu erreichen. Nach der Autonomie sollte ein auf islamischen Recht basierender Staat errichtet werden.
Diese gemeinsamen Forderung konnte jahrelang die tendenziell widersprüchlichen Positionen im muslimischen Lager selbst - z.B. zwischen den Taditionalisten und den demokratisch-sozialistisch orientierten Modernisieren - überbrücken. Die rasch wachsende und zunächst äußerst erfolgreiche BMA mußte 1997 im offenen Kampf mit den philippinischen Streitkräften schwere Niederlagen hinnehmen, die letztlich zu einer organisatorischen Zersplitterung des muslimischen Kampfes führten. 1978 spaltete sich die eher fundamentalistische ausgerichtete MILF von der MNLF ab.
ERGEBNISSE DES KRIEGES
vgl. Philippinen (Mindanao) aktuell
Sonja Scholz
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