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Mittlerweile wohnen in den ökonomisch und sozial weit entwickelten Ländern fast acht von zehn Menschen in Städten. Diese nationalen Gesellschaften werden zunehmend zu städtischen. Das bedeutet auch, daß sich soziale Entwicklungen zuerst und am intensivsten in Städten zeigen. Dies gilt insbesondere für Entwicklungsphasen, die - wie die gegenwärtige - durch einen erheblichen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Wandel gekennzeichnet sind. Für eine Analyse, Problemsicht und Vorhersage gesellschaftlicher Entwicklungen bedeutet dies, daß der Stadtforschung künftig ein höherer Stellenwert eingeräumt werden wird.

Vor diesem Hintergrund wurde im Institut für Soziologie der Universität Hamburg im Jahr 1974 der Schwerpunkt "Stadt- und Regionalsoziologie” eingerichtet. Er wurde bis 1991 von Prof. Dr. Jürgen Friedrichs und den jeweiligen Hochschulassistenten (Wolfram Droth, Manfred Murck und Jens S. Dangschat) in Lehre und Forschung vertreten. Seit 1993 wird dieser Schwerpunkt in der Lehre von Prof. Dr. Jens S. Dangschat, Prof. Dr. Hermann Korte sowie von der Hochschulassistentin Gabriele Klein vertreten.

Im Jahr 1982 wurde zu einer besseren Absicherung der Forschungstätigkeit die "Forschungsstelle Vergleichende Stadtforschung” im Institut für Soziologie der Universität Hamburg gegründet. Seit dem stand diese Forschungseinrichtung unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Friedrichs, der 1991 von Prof. Dr. Jens S. Dangschat in dieser Funktion abgelöst wurde. Seit 1993 wird die Forschungsstelle gemeinsam von ihm und Prof. Dr. Hermann Korte geleitet.

In der Tradition der Sozialökologie hatte die Forschungsstelle ursprünglich vor allem zwei Schwerpunkte: die Analyse der Stadtentwicklung von Hamburg und die Analyse der Entwicklung von Städten im nationalen und internationalen Vergleich. Die Studien zum ersten Schwerpunkt richteten sich auf die Struktur und die Entwicklung der Stadt Hamburg, auf Analysen städtischer Teilgebiete, auf die Aktionsraumforschung, die Suburbanisierung und die Integration ethnischer Minoritäten.

In der Projektarbeit zum Städtevergleich ging es darum, eine Theorie städtischer Entwicklung auf der Basis ökonomischer, technologischer und demographischer Prozesse im Zuge der Modernisierung zu entwickeln. Schwerpunkte der Analyse waren Planungsmaßnahmen, Wohnungsbau, Infrastruktur und Segregation.

Seit Ende der 80er Jahre wurde das Forschungsprogramm inhaltlich und von seiner Intention her ausgeweitet: Die Berücksichtigung von Themen der gesellschaftlichen Entwicklung ohne explizierten Raumbezug - soziale Ungleichheit, Armut, ökonomische Umstrukturierung und polit-ökonomische Regulation - rückte in den Vordergrund. Weiterhin wurde einer stärkeren Praxisorientierung bis hin zur Politik- und Planungsberatung vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt. Durch die Umsetzung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis leistet die Forschungsstelle einen Beitrag zur wissenschaftlichen Stärke und zur sozialen Ausgewogenheit der Region und der Stadt Hamburg.


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